Garde-
geschichte

Unsere Geschichte


Bereits um das Jahr 1700, zu einer Zeit, in der die Herrschaft Murau in den Besitz der Familie Schwarzenberg fiel, gibt es Quellen, die 90 wehrfähige Bürger innerhalb der Stadtmauern angibt, welche sich in stetiger Bereitschaft befinden. Aus weiteren Hinweisen der Geschichte geht hervor, dass die Murauer Bürgerwehr des Öfteren auch auswärts zum Einsatz kam, wie zum Beispiel am Semmering, Pyhrnpass, in der Rachau oder in Grössing. Die Hauptaufgabe war jedoch die Bewachung der Heimatstadt Murau. 

Außer dieser Aufgabe kam dem Schutztrupp noch die Aufgabe zu, die höchsten kirchlichen Feste und Prozessionen zu bewachen und ihnen erhöhte Festlichkeit zu verleihen. 1718 taucht dieser Trupp das erste Mal mit dem Namen „Stadt guardi“ auf. Nach dem napoleonischen Kriegen und dem 1. Weltkrieg verschwand die Murauer Bürgergarde vom Erdboden.
1929 wurde die Murauer Bürgergarde durch Dr. Friedrich Zelburg wiedergegründet. 
1939 wurde der Verein behördlich aufgelöst. Nach dem 2. Weltkrieg zur 650-Jahrfeier der Stadt Murau rückte eine kleine Abordnung an Gardisten wieder aus.

Am 17.3.1951 wurde die Garde von ehemaligen Gardisten wiedergegründet. Der langjährige Gardeobmann Mag. Ernst Gasteiger verstarb im Oktober 1970. Sein Nachfolger wurde Ing. Josef Strasser, welcher bereits in den Jahren davor Stellvertretender Obmann war. Er hielt dieses Amt für 17 Jahre inne.
Am 27. April 1987 wurde dann Ing. Rudolf Paschek einstimmig zum Obmann gewählt. Er brachte die Garde nach Moskau, woher neue Munition bezogen wurde, Rom, Lissa, Steenvoorde, Krumau, Posen und auch nach Barcelona.
Langjähriger Gardekurat, später dann auch Gardepfarrer war Pater Gallus Zirngibel, einer der letzten Kapuzinermönche in der Stadt Murau. Dieser verstarb im Jahre 1989. 2019 legte Ing. Rudolf Pascheck sein Amt nieder, und übergab die Obmannschaft des Vereins Mag. Martin Lienhart. 

Weiteres zur Geschichte erfahren sie im Buch von Dr. Natalie Frieß und Mag. Erhard Maroschek „Nach altem Brauch in der Steiermark – Die Geschichte der Murauer Bürgergarde“.

Das Friesachertor

Aus dem Jahr 1700 gibt es eine handschriftliche Aufzeichnung darüber, dass es in Murau 11 Stadttore gab, welche vom bürgerlichen Schutztrupp bewacht wurden. Eines dieser Tore ist das Friesachertor, früher auch bekannt als das Kärntner Tor, welches die Garde seit 1960 bis heute als Hauptquartier benutzt. Der Name des Tores rührt wahrscheinlich von der nahen Grenze zu Kärnten her. 

Es wird seit den 1960ern von der Gemeinde als Gardequartier zu Verfügung gestellt. Es beinhaltet die Schätze der Garde: das Archiv, Ehrenscheiben, Andenken an Ausrückungen und auch die Umkleide für unsere Gardisten.

Unsere Fahne

Die Fahne der Murauer Bürgergarde hat ihren Ursprung in der österreichischen Kaiserzeit. Erkennbar ist dies an den Farben schwarz-gelb und am Doppeladler der Monarchie mit den Insignien Schwert und Zepter sowie der Kaiserkrone. Das Wappen der Habsburger ist ersetzt durch das steiermärkische Wappenschild mit Herzogshut.
Die Fahne steht für die Garde – die Fahne macht eine Ausrückung erst offiziell. D.h. ohne Fahne ist die Garde streng genommen nicht anwesend. Deswegen erweist die Fahne durch die Hand des Fahnenoffiziers im Namen der Garde die Ehre – z.B. beim Begräbnis eines Gardisten durch das Senken der Fahne über dem offenen Grab –, und wird ihr auch Ehre erwiesen: am Ende einer Ausrückung steht die Garde vor dem Friesacher Tor in Habt-Acht-Stellung, wenn es heißt: „Fahne! Einrücken!“ Sogar der Rang eines Geehrten lässt sich aus der Stellung der Fahne ablesen: Vor dem anwesenden Bundespräsidenten liegt sie am Boden!

Kann die Garde nicht anwesend sein, vertritt die Fahne sie. So stand sie in der Zeit der Covid-19-Pandemie während der jeweiligen Aufbahrung an den Särgen unserer verstorbenen Kameraden. In der Fahne hat die Garde abwesend und doch wieder anwesend den Verstorbenen offiziell die letzte Ehre erwiesen.

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